Artikel im Nordrhein Westfalen Magazin 01/16


Volker Bäumel und sein Kanadier „Heron“ begleiten Lösungsprozesse

von Stefan Schröder

(für das "WOLL-Magazin" im Sommer 2014)


 

Ein Reiher, englisch „Heron“,  ist ein elegantes Tier. Hoch gewachsen, präzise und schnell. Volker Bäumel hat seinen Kanadier so getauft, und nach einer halben Stunde in seinem Boot Kanadier weiß ich: Das passt.

Samstagmorgen, Segelclub Biggesee. Während geübte Hände  zum Saisonbeginn kleine Yachten ins Wasser slippen, lade ich mit Volker Bäumel die „Heron“ vom Auto. Wir tragen das 4,50 m lange und knapp 30 kg schwere Boot auf den Steg und lassen es ins Wasser. Volker hat sich vor zwei Jahren als nebenberuflicher Selbstständiger dem Coaching verschrieben.  Der See dient als Metapher für das Leben, das Boot als Metapher für die Lebensreise. (denen man) Mit geübtem Ruderschlag und gezielten Richtungsänderungen begegnet man allen Schwierigkeiten. Den Seegang des Lebens können wir nicht ändern, wohl aber unsere Haltung dazu. „Haltung“, ein gutes Stichwort. Heute ist der Biggesee ruhig. Wir paddeln los, ich vorn, Volker hinten. Er sei verantwortlich für unsere Sicherheit und Fahrtrichtung, ich für gleichmäßigen Paddelschlag und Gleichgewicht. Die Rollen sind verteilt.

Während mich heute das Interesse leitet, wie Volker zu dieser Tätigkeit gelangte, wenden sich  Frauen und Männer aus allen Berufsgruppen und mit unterschiedlichsten privaten Hintergründen an ihn. Sie alle haben die Arbeit an einer Lösung für Konflikte und schwierige Entscheidungen in Partnerschaft und Beruf gemeinsam. Die Idee, sich in solchen Fragestellungen  coachen zu lassen, ist weder neumodischer Trend noch Zeichen von Schwäche.  Im Gegenteil; Es zeigt, dass man die Suche nach der Lösung ernst nimmt und sich selbst gleich mit. Unablässiges Gedankenkreisen, Bedauern und Bereuen haben bisher selten etwas genützt, vermutlich die Lage häufig noch „verschlimmbessert“.  Volker kennt keine vorgefertigten Antworten, versteht sich nicht als Selbstbedienungsladen für Lösungen. Er sieht seine Rolle als Hebamme einer Lösung, die im Menschen steckt und sich möglicherweise auf dem See eröffnet.

Die Paddel gleiten rhythmisch, durch das Wasser.  Das hat etwas Meditatives. Dass Volker kräftiger und schneller paddeln könnte, spüre ich gleich. Doch er lässt sich auf mich ein, mahnt mich dazu, weniger flatterig zu hantieren. Die äußere Balance führt zu einer rasch einkehrenden inneren Ruhe. Jetzt würden im Normalfall behutsame Fragen einsetzen, systemisch ausgerichtet und nach den Erkenntnissen des Neurolinguistischen Programmierens, den Menschen in seinen sozialen Bezügen und seiner Einzigartigkeit stets im Blick.

Das Neurolinguistische Programmieren, kurz NLP, geht davon aus, dass unser Körper mehr ist als ein bloßes Behältnis, in das Sinnesreize ein- und aus dem Kommunikationssignale herausgehen. Jede soziale Situation hinterlässt uns in unterschiedlichen emotionalen Zuständen. Diese sind nicht immer förderlich und oft wünschen wir uns „anders gestrickt zu sein“. Wir fragen uns: „Warum nun das schon wieder?“ Unsere Sinneseindrücke führen uns also in bestimmten Situationen, nicht umgekehrt. Der Körper selbst ist demnach Ausdruck unseres Seins und besitzt ein Gedächtnis, das sich meldet, lange bevor unser Gehirn etwas bewertet und auf die Idee kommt, sich zu erinnern oder zu reagieren. Wir kennen dieses Phänomen als Magengrummeln, „Hummeln im Hintern“ oder Schmetterlinge im Bauch. Diese wissenschaftliche Tatsache lässt sich auch positiv nutzbringend einsetzen: Äußere Bewegungen haben direkten Einfluss auf unsere inneren Befindlichkeiten, unser Denken und Handeln.

Nachdem Volker Bäumel zunächst für ein gleichmäßiges „Hintergrundbild“ sorgt und anschließend seinen Klienten behutsam in Als -ob- Situationen begleitet hat, fragt er nach einem Körpergefühl. Davon kann eine große Motivationskraft ausgehen. Ich werde mit jedem Paddelschlag ruhiger, der Blick auf mich selbst wird frei, gar über meinen heutigen journalistischen Auftrag hinaus.

Für manche Fragestellungen genüge eine Sequenz auf See, so Volker, auf manche Themen müsse man häufiger blicken. Für Phobien aller Art hat er ein passgenaues Instrumentarium und kann sie sehr schnell kurieren.

Frauen sprächen gewöhnlich offener über ihre Themen als Männer. Das überrascht mich, dachte ich ursprünglich, der gute alte „Hühnerstall“ verflüchtige Frauenprobleme im Nu. „Ein Trugschluss“, korrigiert mich Volker Bäumel. „Über wirklich bewegende Themen reden Frauen oft auch mit ihren besten Freundinnen nicht. Da ist womöglich der Vergleichsaspekt vorrangig. Ich begleite häufiger Frauen auf dem Weg zur Lösung als Männer. Diese machen viel mit sich selbst aus, oft nicht unbedingt wirksamer, als wenn sie mit anderen redeten oder sich gar um ein Coaching kümmern würden.“

Ich spüre, dass Volker Bäumel gerne tut, was er tut. Er hat seine Berufung entdeckt.  „Ich habe mich vor einigen Jahren auf der Suche nach zusätzlichen Herausforderungen an mein Leib- und Magenthema, den See und das Kanu erinnert. Und schließlich eins und eins zusammengezählt.“ Bäumel baute die „Heron“ selbst. Dieses elegante, zielstrebige Boot, das als Medium und Inhalt zugleich Menschen zu mehr Klarheit verhilft, souverän gelenkt von Coach Volker Bäumel.Fügen Sie hier Ihren eigenen Text ein.

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